Wie Sie mit der richtigen Sortiertechnik Ihre Produktivität erhöhen

Veröffentlicht von Angelina Niederprüm am 16.06.20 13:50

Wenn Sie sich schon eingehender mit Sortierlösungen auf dem Markt befasst haben, sind Sie mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal auf Herrn Hans Kratz aufmerksam geworden. Seit über 20 Jahren entwickelt und vertreibt er weltweit Sortierlösungen und hat ein außerordentlich tiefgehendes Verständnis für die internen Prozesse der Kunden. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um ein spannendes Interview mit ihm zu führen - lesen Sie selbst.

 

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Herr Kratz, wann genau macht es für einen Interessenten Sinn, in eine Sortierlösung zu investieren?

Eine Sortierlösung ist immer dann sinnig, wenn ein Interessent die Menge an Produkten, welche er zu sortieren hat, nicht mehr effizient verteilen kann. Oftmals ist das der Fall, wenn die Ware manuell oder mit Hilfe von einfachen Förderern sortiert wird. Die jeweiligen Unternehmen verzeichnen eine immense Fehlerrate in der Sortierung, wodurch hohe zusätzliche Kosten entstehen, da bspw. Nachlieferungen anfallen.

Durch den Einsatz einer Sortierlösung kann auf Kundenseite die Leistung um ein Vielfaches erhöht und der Durchsatz gesteigert werden. Gleichzeitig ist ein drastischer Rückgang der Fehlerrate zu verzeichnen. Außerdem steht das Personal durch den Einsatz einer Sortierlösung für andere wertschaffende Tätigkeiten zur Verfügung.

 

In welchen Bereichen wird eine Sortierlösung klassischerweise eingesetzt?

Heutzutage ist die innerbetriebliche Logistik ohne automatisierte Förder-, Lager- und Sortiersysteme nicht mehr vorstellbar. Vielerorts wird der arbeits- und kostenintensive manuelle Sortierprozess durch die automatisierte Hochleistungssortierung ersetzt. Großes Interesse nach Hochleistungssortieranlagen gibt es, neben dem herstellenden Gewerbe, vor allem in den Logistikzentren der KEP-Branche. Aufgrund des boomenden Onlinehandels hat sich in den vergangenen Jahren sowohl das weltweite Paketaufkommen als auch das Kaufverhalten sowie die Erwartungshaltung der Kunden, z.B. same-day-delivery, stark erhöht.

Was für die Zukunft interessant wäre, ist die Anbindung von Sortieranlagen an eine Shuttlelagerlösung. Bisher mussten durch mehrere parallellaufende Förderstrecken die verschiedenen Prozessschritte verknüpft werden. Durch eine Kombination aus Sorter und den Systemkomponenten Wareneingang, Lager, Kommissionierung und Versand könnten innerhalb eines durchgängigen Systems alle Logistikabläufe ausgeführt werden.

Die Errichtung eines Sorters in die Vorzone eines Hochleistungslagers wäre besonders aus betriebswirtschaftlicher Sicht vorteilhaft, denn durch das perfekte Zusammenspiel der beiden Systeme, der modularen Bauweise und einem maßgeschneiderten Layout können sowohl der innerbetriebliche Materialfluss als auch die Flächennutzung effektiv restrukturiert und damit die Systemleistung und Verfügbarkeit nachhaltig gesteigert werden.

 

Herr Kratz, können Sie uns sagen, worin der wesentliche Unterschied zwischen einer Sortierung mittels herkömmlicher Fördertechnik und einer Sortierlösung liegt?

Das Sortieren mit herkömmlicher Fördertechnik ist sehr aufwendig, da die Linienführung kompliziert und die allgemeine Transparenz der Prozesse schlecht ist. Durch eine Sortierlösung kann die verfügbare Fläche effizienter genutzt und die Durchsatzleistung des Gesamtsystems um ein Vielfaches gesteigert werden - anders als bei einem Einsatz von herkömmlicher Fördertechnik. Außerdem ist die Technik einfacher als auch robuster im Vergleich zu vielen Umsetzeinheiten und das Sortieren wird fördergutunabhängiger.

 

Welche Informationen werden von Kundenseite aus benötigt, um ein erstes Angebot zu erstellen?


Die wichtigsten Informationen, welche von Kundenseite aus benötigt werden, wären folgende:

  • Abmessungen und Gewichte der zu sortierenden Stückgüter
  • Angaben zu dem angestrebten Identifizierungscode
  • Der vom Kunden geforderte Durchsatz
  • Die Zuführungsvorstellung hin zum Sorter und die Art der Infeeds
  • Anzahl, Ausführung und Teilung der Endstellen
  • Der vorhandene Platz im Gebäude

 

Was ist das Ziel, welches durch eine Sortierlösung erreicht werden soll?


Das Ziel, welches durch den Einsatz einer Sortierlösung angestrebt wird, ist zum einen die Erhöhung der Produktivität und zum anderen die Optimierung der Wirtschaftlichkeit auf Kundenseite. Durch eine maximale Durchsatzleistung kann die Liefertermintreue verbessert und somit zusätzlich die Zufriedenheit der eigenen Kunden gesteigert werden. Letztendlich wird durch den Einsatz einer Hochleistungssortierlösung effizienter und effektiver gearbeitet, was sich in einer Null-Fehler-Zuteilung wiederspiegelt.

 

Wie läuft ein Projekt im Idealfall ab?


Zunächst muss man klar sagen, dass es kein allgemeingültiges Konzept zur Umsetzung eines Sorterprojekts gibt - bei jedem Projekt handelt es sich um eine maßgeschneiderte kundenindividuelle Lösung.

Zu Beginn eines jeden Projekts müssen die kundenindividuellen Rahmenbedingungen, d.h. Informationen zum Sortiergut, die geforderte Systemleistung, die Ausführung und Anordnung der Einschleusungen sowie der Zielstellen ermittelt werden. Anhand der Sortiermengen und Sortierwege wird dann der Sortierbedarf ermittelt.

Das wichtigste Kriterium bei der Auslegung einer Sortieranlage ist neben dem Sortiergut die geforderte Durchsatzleistung, welche u.a. von der Sortergeschwindigkeit, der Sorterkapazität und der Anordnung der Einschleusungen und Endstellen abhängig ist.

Nach der Freigabe des Layouts erfolgen die Detailkonstruktion und die Fertigung der Module. Diese werden komplett bestückt inklusive der elektrischen Komponenten. Parallel hierzu sind die Elektro- und Softwarepläne zu erstellen. Wenn alle Komponenten produziert bzw. erstellt sind, erfolgt der Versand hin zum Kunden - dort erfolgt die Montage und Inbetriebnahme, wodurch die Anlage schlüsselfertig“ an den Kunden übergeben werden kann.

Generell lässt sich sagen, dass für die reibungslose und effiziente Integration einer Sortieranlage in ein bestehendes Intralogistiksystem Informationen bezüglich der Materialflusswege und deren Schnittstellen berücksichtigt werden müssen - d.h. es gilt, den Gesamtprozess detailliert zu beschreiben. Erst dann kann eine optimal ausgelastete und auf die Anforderungen ausgerichtete Sortieranlage konzipiert werden.

 

Was sollte bei der Suche nach der richtigen Sortierlösung beachtet werden?


Wichtig ist es, eine Lösung zu suchen, welche exakt auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten ist.

Es ist immer von Vorteil, einen Anbieter auszuwählen, welcher sowohl die Mechanik als auch die Materialflusssteuerung und gegebenenfalls die Visualisierung aus einer Hand liefern kann, was von einer hohen Systemkompetenz zeugt. Zudem ist es für die störungsfreie Installation und den Betrieb vorteilhaft, einen Komplettanbieter mit entsprechender Erfahrung zu beauftragen.

Denkt man über die Projektierung und Installation der Anlage hinaus, sollte auch immer auf die Verfügbarkeit der Sortierlösung geachtet werden - durch verkürzte Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen lassen sich auf Kundenseite immense Kosten einsparen. Des Weiteren würde ich empfehlen, eine Lösung zu implementieren, welche sich an die eigene Unternehmensentwicklung anpassen lässt - das heißt, die Anlage sollte im besten Fall flexibel erweiterbar und modular aufgebaut sein. So kann sie kinderleicht vergrößert und an sich verändernde Umstände angepasst werden. Wichtig ist außerdem, auf eine hohe Verfügbarkeit durch verkürzte Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen zu achten.

 

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